Europäisches Forschungsprojekt Power2Power für effizientere Leistungshalbleiter gestartet

7.6.2019

Das europäische Kooperationsprojekt Power2Power ist gestartet. 43 Partner aus acht Ländern erforschen und entwickeln in den kommenden drei Jahren gemeinsam neuartige Leistungshalbleiter mit höherer Leistungsdichte und Energieeffizienz.

Leistungshalbleiter werden in allen Stufen der Energieumwandlung benötigt: bei der Erzeugung, der Übertragung und der Nutzung. Effizientere Halbleiter tragen maßgeblich bei zur Verringerung von Kohlendioxidemissionen trotz eines weltweit steigenden Energiebedarfs. Hochschulen, Forschungsinstitute, kleine und mittelständische Unternehmen sowie internationale Konzerne beteiligen sich an dieser Kooperation. Koordinator des Vorhabens ist die Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. KG.

„Die Zusammenarbeit über Wertschöpfungsstufen hinweg ist eine Grundlage für den Erfolg der europäischen Mikroelektronikindustrie“, sagt Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG. „Diesen bewährten Ansatz verfolgen wir auch mit dem Kooperationsprojekt Power2Power. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir an neuen Leistungshalbleitern und Systemarchitekturen mit höherer Energieeffizienz. Unser Ziel: Mehr Leistung aus weniger Energie.“

Das Projektvolumen von Power2Power beläuft sich auf insgesamt rund 74 Millionen Euro. Zwei Drittel davon entfallen auf die deutschen Partner. Die Europäische Union fördert die Kooperation im Rahmen des ECSEL-Programms (Electronic Components and Systems for European Leadership). Aus Deutschland kommt finanzielle Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie von den beiden Bundesländern Sachsen und Thüringen. Auch die anderen Partner aus weiteren sieben Ländern werden von ihren zuständigen nationalen Behörden gefördert.

„In Sachsen ist der größte Mikroelektronik-Standort in Europa zu Hause“, betont Ministerpräsident Michael Kretschmer. „Für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Silicon Saxony sind europäische Kooperationen wie Power2Power von enormer Bedeutung. Das Projekt berücksichtigt alle Wertschöpfungsstufen und verbindet Innovationen mit Energieeffizienz. Dies kann entscheidend dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Mikroelektronikindustrie zu erhöhen. Deshalb begrüßt und unterstützt der Freistaat Sachsen das Forschungsvorhaben.“  Auch Dr. Herbert Zeisel, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), hebt hervor, dass das sächsische Elektronik-Cluster ein herausragender Pfeiler für Europas Hochtechnologie insgesamt ist: „Mikroelektronik ist ein Schlüssel für erfolgreiche Industrieprodukte aus Deutschland und Europa. Die jüngsten Handelskonflikte machen deutlich, wie Souveränität und Selbstbestimmtheit von eigener Fähigkeit in Forschung und Technologie abhängen. Power2Power zeigt, wie wir uns im globalen Wettbewerb behaupten können. Europa, Deutschland, Sachsen und Thüringen ziehen im ECSEL-Programm an einem Strang. Das BMBF wird sich in den Verhandlungen in Brüssel dafür einsetzen, das erfolgreiche ECSEL-Programm nach 2020 fortzusetzen und administrativ zu vereinfachen.“

Die europäische Halbleiterindustrie beschäftigt mehrere hunderttausend Arbeitnehmer. Sie entfaltet aber in ihren technologienahen Anwenderindustrien einen noch weitaus größeren Hebel. „Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem stark wachsenden Markt für Leistungselektronik“, sagt Bert De Colvenaer, Executive Director ECSEL Joint Undertaking. „Im Hinblick auf die globale Konkurrenz – vor allem aus Asien – wird Power2Power dabei helfen, den Fertigungsanteil europäischer Unternehmen am Weltmarkt zu vergrößern und ihre führenden Positionen weiter zu stärken.“

Insbesondere in Deutschland wird das Kooperationsprojekt Power2Power dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Halbleiterfertigung auszubauen. Für Leistungshalbleiter gibt es hier eine besonders weitreichende Wertschöpfungskette, die auch dieses Projekt umfasst: von speziellen Silizium-Wafern (Siltronic), über die IGBT-Produktion bei Infineon in Dresden und die nachfolgende Modulfertigung bei Infineon in Warstein bis hin zu Systemen und dem dazugehörigen Wissen, etwa vertreten durch die KMUs EAAT und AVL sowie die Technische Universität Dresden.

Eine Übersicht aller Projektpartner bietet die Website unter www.infineon.com/power2power

 

Über die Partner aus Chemnitz

Von den 43 europäischen Partnern sind drei aus Chemnitz und Umgebung: Die Firma EEAT, Fraunhofer ENAS und die TU Chemnitz, Lehrstuhl Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit. Das ist ein wichtiger Erfolg für den Forschungsstandort Chemnitz und unterstreicht die internationale Bedeutung der Forschung in unserer Stadt.

Das Fraunhofer ENAS ist Mitglied des Projekt-Steering-Boards und koordiniert die Arbeiten zur Verbesserung von Zuverlässigkeit und Robustheit der zukünftigen IGBT-Leistungselektronik mit den 23 Partnern.

 

Pressemitteilung