Chemnitzer Wissenschaftler tragen auf internationalen Mikrotechnologie-Foren in Japan vor

Chemnitz, / 9.5.2014

Ende April 2014 zeigten Chemnitzer Wissenschaftler des Fraunhofer ENAS auf drei Veranstaltungen in Japan Ihre Forschungsergebnisse. Professor Thomas Geßner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Elektronische Nanosysteme ENAS und des Zentrums für Mikrotechnologien der Technischen Universität Chemnitz, stellte vor, wie Smart Systems unseren zukünftigen Alltag beeinflussen und verändern werden.

© Tomohiro Ishikawa
Prof. Dr. Thomas Geßner (Mitte), Leiter des Fraunhofer ENAS und des Zentrums für Mikrotechnologien der TU Chemnitz, stellte auf dem MEMS Engineering Forum in Tokio, Japan, Anwendungsbeispiele für sogenannte Smart Systems vor

Auf dem IVAM-Forum im Rahmen der nanomicro biz 2014 konzentrierte sich Prof. Thomas Geßner in seinem Vortrag auf intelligente, autarke Systeme zur Zustandsüberwachung von Anlagen, Maschinen und Prozessen. In diesen Vortrag flossen auch aktuelle Forschungsergebnisse des Kompetenznetzwerks für Nanosystemintegration nanett und des Bundesexzellenzclusters MERGE – Merge Technologies for Multifunctional Lightweight Structures zum Zustandsmonitoring im Strukturleichtbau ein. Das IVAM-Forum wurde von dem deutschen  Fachverband für Mikrotechnik – IVAM e.V. – organisiert und bietet ausländischen Firmen und Forschungseinrichtungen eine Vortragsplattform auf der internationalen Fachmesse in Japan. Parallel zur nanomicro biz trafen sich MEMS Experten in Japan zum MEMS Engineering Forum in Tokio und zur ersten Konferenz der MEMS Industry Group in Japan. Unter dem Titel „Application of Smart Systems for a Better Life“ stellte Thomas Geßner in seiner Keynote auf dem Forum zum Schwerpunkt Smart City Einsatzmöglichkeiten von intelligenten Systemen vor. Seine Ausführungen konzentrierten sich auf hochpräzise MEMS zur Erhöhung von Sicherheit u.a. im Schienenverkehr, zur Überwachung von Stromnetzen sowie intelligente Systeme für medizintechnische Anwendungen. Bei der Überwachung von Stromnetzen reflektierte er Arbeiten zum sogenannten ASTROSE®-System. Das autarke Sensornetzwerk ASTROSE® wurde im gleichnamigen Forschungsprojekt entwickelt und dient zur Überwachung und Optimierung der Auslastung von Hochspannungsleitungen. Das Netzwerk besteht aus zahlreichen Sensorknoten, die direkt am Leiterseil der Freileitung montiert sind. Das System arbeitet autark. Die Energieversorgung der Sensorknoten erfolgt aus dem elektrischen Streufeld der Hochspannungsleitung. Die Knoten nehmen die Temperatur, die Neigung des Leiterseils sowie den Strom, der durch die Leitung fließt, auf. Diese Messdaten werden anschließend von Sensorknoten zu Sensorknoten bis zur Basisstation per Funk übertragen. In der Basisstation, welche sich im Umspannwerk befindet, werden die Daten aufbereitet und in Form eines Webservers mit Datenbanksystem der Leittechnik zur Verfügung gestellt.

Im Auftrag von MITNETZ STROM wird das ASTROSE®-System zusammen mit den Partnern Fraunhofer IZM und ENAS, Microelectronic Packaging Dresden und KE Automation weiterentwickelt und auf einen im Jahr 2014 startenden umfangreichen Pilotversuch vorbereitet. Hierfür wurden zahlreiche Verbesserungen auf Hard- und Softwareseite durchgeführt und auf einer 110-kV-Hochspannungsleitung nahe Chemnitz ausgiebig getestet.