Gedruckte Funktionalitäten für den Massenmarkt - Fraunhofer ENAS kooperiert im Netzwerk OE-A als Forschungspartner der Industrie

Chemnitz / 20. Juni 2013

© Messe München GmbH
Thomas Kolbusch (Coateme), Dr. Andreas Willert (Fraunhofer ENAS) und Thomas Kreuzer (Staatsminister in Bayern) (v.r.n.l.) an der OE-A Demo-Line, einer Fertigungslinie zur Produktion gedruckter Elektronik.
© University of the West of England
Das Messsystem für den Cholesterol-Gehalt im Blut wurde im EU-Projekt SIMS entwickelt. Der Demonstrator besteht aus einer flexiblen Karte, auf der verschiedene gedruckte Elemente wie eine Batterie, ein Display und ein Biosensor integriert sind.

Auf der LOPE-C 2013 zeigte Fraunhofer ENAS im Rahmen des Netzwerkes OE-A (Organic and Printed Electronics Association), dass gedruckte Funktionalitäten wie Batterien oder Antennen reif für die Massenproduktion sind, und erhielt gemeinsam mit den weiteren Projektpartnern einen Preis für ein medizinisches Messsystem mit integrierter gedruckter Batterie, Biosensor und Display.

Gedruckte Batterien oder Antennen, sogenannte gedruckte Funktionalitäten, gehören zu den Produkten von morgen. Schon jetzt können Zeitschriften oder Grußkarten mit gedruckten Batterien ausgestattet werden, die Energie für LEDs oder gedruckten Anzeigeflächen liefern. Gedruckte Antennen erlauben die massenweise Produktion von Transpondern, die zum Beispiel als Etiketten in Windschutzscheiben von PKWs eingeklebt den Zugang zu Parkhäusern oder privaten Parkflächen gewähren. Prof. Dr. Reinhard R. Baumann, Leiter der Abteilung Printed Functionalities am Fraunhofer ENAS, treibt diese Entwicklung auch als Mitglied im Vorstand des Netzwerkes OE-A voran. Am 10. Juni 2013 wurde Reinhard Baumann in der Vorstandswahl der Organic and Printed Electronics Association – kurz OE-A – in München als einer von insgesamt elf Vorständen bestätigt.

Die OE-A richtete gemeinsam mit der Messe München vom 11. bis 13. Juni die LOPE-C 2013 aus. In diesem Jahr verzeichnete die in München stattfindete internationale Fachmesse und Konferenz für organische und gedruckte Elektronik rund 1.800 Teilnehmern aus rund 40 Ländern. Die OE-A Working Group ‚Upscaling Production’ baute für die Besucher eine Fertigungsstraße auf, an der live ein kompletter Produktionsablauf von gedruckter Elektronik gezeigt wurde. An der Demo-Line waren neben Fraunhofer ENAS die Technische Universität Darmstadt (idd printing science technology) sowie die Unternehmen adphos, Bosch Rexroth, Coatema, DuPont Teijin Films, Fujifilm Dimatix, Heraeus Precious Metals, LCR Hallcrest, Novacentrix, PChem Associates, Schoeller Technocell und Xenon (Polytec) beteiligt. Der Staatsminister und Leiter der Staatskanzlei von Bayern, Thomas Kreuzer, ließ sich von Dr. Andreas Willert, Fraunhofer ENAS, und Thomas Kolbusch, Coatema Coating Machinery GmbH, den Produktionsprozess erläutern. Auch die limitierte fünfte Auflage des OE-A-Magazins mit integrierter gedruckter Batterie und LEDs auf der Titelseite erreichte viel Aufmerksamkeit bei den Besuchern.

Das Fraunhofer ENAS stellte am Gemeinschaftsstand der Organic Electronic Saxony außerdem das preisgekrönte Projekt SIMS vor. In dem von der EU geförderten Projekt entwickelte Fraunhofer ENAS gemeinsam mit der University of the West of England, University of Liverpool, Dublin City University, Alere and VTT eine flexibel Testkarte zur Messung des Cholesterol-Gehaltes im Blut präsentiert. Diese Karte enthält verschiedene gedruckte Bestandteile wie ein Display, einen Biosensor und eine Batterie. Die gedruckte Batterien wurde am Fraunhofer ENAS entwickelt. Auf der LOPE-C 2013 erhielten die Projektpartner den Preis für das beste öffentlich geförderte Projekt. Das Projekt SIMS wurde mit Mitteln aus dem 7. Rahmenprogramm der EU unter der Projektnummer 257372 gefördert.